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Erfolgsgeschichten aus NRW

HUESKER Synthetic GmbH – Erfahrung mit Transformation

1861 als Baumwollweberei gegründet, kennt sich HUESKER mit Transformation aus. Das Unternehmen musste sich in den 1970er-Jahren praktisch neu erfinden. Seitdem wurde es zu einem weltweit gefragten Anbieter von technischen Textilien für Tiefbau, Industrie und Landwirtschaft. Seit ein paar Jahren setzt es verstärkt auf Geotextilien aus PET-Recyclat.

Die Herausforderung

Die HUESKER Synthetic GmbH aus Gescher kennt sich mit Transformation aus. 1861 wurde das Unternehmen gegründet, über 100 Jahre, bis in die 1970er-Jahre hinein, stand das Weben von Baumwolle für Bettwäsche und Bekleidung im Mittelpunkt. Doch mit der Verlagerung großer Teile der nordrhein-westfälischen Textilindustrie ins Ausland musste man auch bei HUESKER über die Zukunft nachdenken. Und so verlegte sich das Unternehmen auf Geokunststoffe und technische Textilien.

Zum Einsatz kommen sie im Erd- und Grundbau, im Straßen- und Verkehrswegebau, in der Umwelttechnik sowie im Wasser- und im Bergbau. Es geht etwa um Dränage- und Filterschichten oder die Abdichtung von Deponien und Altlasten. Die Geotextilien lösen ein wichtiges Umweltproblem: Sie ersetzen Schichten aus natürlichen, stark begrenzten Rohstoffen wie Kies, Schotter und Sand. Damit schonen sie natürliche Ressourcen und sparen zudem mehrere Millionen Lkw-Ladungen, Mikroplastik aus Reifenabrieb und CO2-Ausstoß ein. Dennoch leitete HUESKER bereits vor ein paar Jahren die nächste Transformationsphase ein.

Beauftragt durch:

  • Fotos: HUESKER Synthetic GmbH
  • Text: Lothar Schmitz, Wirtschaftsjournalist Bonn
  • Veröffentlichung: März 2024

Dr. F.- Hans Grandin, Geschäftsführer

“NRW ist in dieser Hinsicht einfach ein super Standort, hier gibt es enorm viele gute Hochschulen auf kleinstem Raum”

Die Innovation

Mitte 2019 führte die Unternehmensgruppe aus dem Münsterland eine „ecoLine“ ein: Geotextilien in Gitterform aus recycelten Kunststoffflaschen. Nach eigenen Angaben ist HUESKER damit der weltweit erste Anbieter. Das Geogitter ist einer der Produktklassiker des Unternehmens. Durch mehrjährige Forschung und Entwicklung ist es gelungen, Geogitter aus Recyclat herzustellen. Die PET-Recyclinggarne bestehen zu 100 Prozent aus alten PET-Flaschen und weisen dabei nach Auskunft des Unternehmens die gleiche Qualität auf wie die Originalfaser, können somit also genauso eingesetzt werden. Kundinnen und Kunden, die auf die „ecoLine“ setzen, leisten nicht nur den oben skizzierten Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Weil Kunststoff auf Erdöl basiert, trägt der Einsatz von Recyclinggarnen zu weiteren CO2-Einsparungen sowie zur Reduzierung des Einsatzes von Primärrohstoffen bei. Die Nachfrage ist allerdings noch verhalten, das Recyclingprodukt ist derzeit noch teurer als das herkömmliche. „Wir würden uns wünschen, dass bei öffentlichen Ausschreibungen für Bauwerke ökologische Aspekte stärker berücksichtigt würden“, sagt Dr. F.-Hans Grandin, Vorsitzender der Geschäftsführung der HUESKER Synthetic GmbH. „Auftraggeber wären dann nicht gezwungen, zwangsläufig das billigste Angebot zu nehmen, sondern könnten sich für die klimaschonendste Variante entscheiden.“

Mehr zu HUESKER Synthetic
2019
Einführung der „ecoLine“
100%
der PET-Recyclinggarne bestehen aus alten PET-Flaschen.

Der NRW-Effekt

Forschung und Entwicklung spielen bei dem Münsterländer Unternehmen eine elementare Rolle. Außer der „ecoLine“ treibt HUESKER auch andere Innovationen voran. Jüngst zum Beispiel „Tektoseal“, großflächige Schadstoffbarrieren, mit denen sich etwa Gewässer und Böden vor gefährlichen Schadstoffen – zum Beispiel PFAS – schützen lassen. Um beständig innovativ sein zu können, setzt das Unternehmen dabei auf zahlreiche Kooperationen am Standort NRW. „Wir engagieren uns bei vielen Forschungsprojekten und kooperieren mit Studierenden im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten“, erzählt Grandin. Sehr eng arbeitet das Unternehmen etwa mit der RWTH Aachen zusammen, regelmäßige Kooperationen bestehen zudem mit den Fachhochschulen Aachen und Münster, der TH Köln, der Westfälischen Hochschule Campus Bocholt, der Hochschule Bochum, der Hochschule Ruhr West, der Hochschule Niederrhein, der Universität Siegen sowie der Ruhr-Universität Bochum. Zugleich sind die Hochschulen für HUESKER ein wichtiges Fachkräftereservoir. „NRW ist in dieser Hinsicht einfach ein super Standort, hier gibt es enorm viele gute Hochschulen auf kleinstem Raum“, betont Grandin. Auch von der Forschungsförderung des Landes profitieren das Unternehmen und die kooperierenden Hochschulen immer wieder, zuletzt etwa bei den Projekten „NUAGE – Nachhaltige und umweltorientierte aktive Geo-Verbundstoffe zur Verkehrsflächenentwässerung“ und „DegraTex“, bei dem es um abbaubare Baumschutzhüllen geht. Angesichts von elf Tochtergesellschaften schätzt der Unternehmer zudem die gute Verkehrsinfrastruktur mit den Flughäfen in Düsseldorf und Münster/Osnabrück.

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