Studie unter maßgeblicher Beteiligung der Universität Duisburg-Essen liefert erstmals verlässliche Referenzdaten zu extrazellulären Vesikeln im Blut gesunder Erwachsener.
Forschende der Universität Duisburg-Essen in Nordrhein-Westfalen waren zentral an einer internationalen Studie zu extrazellulären Vesikeln (EVs) im Blut beteiligt, die von der Universität Ljubljana als herausragende Forschungsleistung des Jahres 2025 ausgezeichnet wurde. Die Studie schafft erstmals belastbare Referenzdaten zu EVs bei gesunden Erwachsenen und bildet damit eine wichtige Grundlage für zukünftige nicht-invasive Diagnoseverfahren.
Im Rahmen der Untersuchung wurden Blutproben von 200 gesunden erwachsenen Blutspenderinnen und Blutspendern systematisch analysiert. Ziel war es, Herkunft, Konzentration und individuelle Variabilität der im Blut vorkommenden extrazellulären Vesikel zu erfassen. Darüber hinaus untersuchten die Forschenden den Einfluss von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen oder menopausalem Status auf bestimmte EV-Populationen.
Ein wesentlicher Teil der experimentellen Analysen wurde am Institut für Transfusionsmedizin der Universitätsmedizin Essen durchgeführt. Dort werteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mithilfe hochauflösender bildgebender Durchflusszytometrie Blutproben aus, die in Ljubljana erhoben worden waren. Zum Einsatz kamen speziell validierte Antikörper, die eine präzise Charakterisierung einzelner Vesikelarten ermöglichten. Die in Essen gewonnenen Messdaten stellten einen zentralen Bestandteil der Gesamtstudie dar.
Die Ergebnisse liefern erstmals vergleichbare und reproduzierbare Referenzwerte für extrazelluläre Vesikel im Blut gesunder Erwachsener. Diese gelten als entscheidende Voraussetzung, um EVs künftig als diagnostisches Instrument, etwa für die Früherkennung oder Verlaufskontrolle von Erkrankungen, einsetzen zu können. Die Studie wurde im Fachjournal Journal of Extracellular Vesicles veröffentlicht und unterstreicht die Bedeutung der Forschung aus Nordrhein-Westfalen für internationale medizinische Kooperationen und die Weiterentwicklung der personalisierten Medizin.
Quelle: www.medizin.nrw