Flexible Automatisierung
Wie hält man im weltweiten Wettbewerb mit und wird nicht abgehängt? Die HK Maschinenbau GmbH aus Viersen hat eine Antwort auf diese Frage gefunden: mit flexibler Automatisierung. Dank Robotern können Maschinen nun wesentlich besser ausgelastet werden. Die Produktivität ist stark gestiegen – trotz weiterhin individueller, flexibler Fertigung.
Erfolgsgeschichten aus NRW
Hermann Kohnen Maschinenbau GmbH
Die Herausforderung
Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten muss sich jedes Unternehmen die Frage stellen, ob es mit seinem derzeitigen Geschäftsmodell im zunehmenden Wettbewerb standhalten oder sich gar eine bessere Position verschaffen kann. Ein wichtiger Hebel dafür sind Innovationen. Die Hermann Kohnen Maschinenbau GmbH wächst nach Angaben des Geschäftsführers gegen den Trend und konnte seine Fertigung stark erweitern. Das Geschäftsfeld: Zerspanung. Klingt für Nicht-Fachleute unspektakulär. Steffen Mallon, Geschäftsführer des Viersener Unternehmens, sagt jedoch: „In Deutschland haben wir eine enorme Zerspanungskompetenz, über Jahrzehnte hatten wir damit weltweit die Nase vorn.“ Derzeit konsolidiere sich die Branche allerdings, manche Unternehmen würden in Schwierigkeiten geraten, weil es zum Beispiel der Automobilbranche nicht gut gehe. Das haben Mallon und sein Team früh erkannt – und in eine wichtige Innovation investiert.
Die Innovation
Die HK Maschinenbau GmbH hat sich auf die Fertigung von komplexen Bauteilen in Einzelstücken und kleinen Serien spezialisiert. Zum Einsatz kommen sie in ganz unterschiedlichen Produkten, von Kaffeemühlen über Webmaschinen bis zur Hochdrucktechnologie und zum Spezialmaschinenbau. Weltweit. „Wir arbeiten im Mikrometer-Präzisionsbereich“, erklärt der Unternehmer. „Und: Wir setzen immer stärker auf Automatisierung und Robotik.“ Um höchste Präzision zu gewährleisten, muss das Unternehmen extrem hochwertige, sehr teure Fräsmaschinen einsetzen. Und benötigte traditionell Fachkräfte, die die Maschinen programmieren, ein Teil einlegen, es bearbeiten lassen, das nächste Teil fertigen und so weiter. „Da kamen, weil wir oft Einzelteile oder nur kleine Serien fertigen, vielleicht 800 bis 1.200 Produktionsstunden zusammen“, sagt Mallon, „ein Kalenderjahr hat aber 8.760 Stunden.“ Seit 2025 ist bei HK Maschinenbau vieles anders. Auf Basis eines selbst entwickelten Automatisierungskonzepts haben Roboter Einzug gehalten. In automatisierten Bearbeitungszellen stehen nun Roboter vor den Fräsmaschinen und bestücken diese. Sie sind so konzipiert, dass sie eine Serie gleicher Bauteile ebenso auf den Weg bringen können wie auch individuelle Bauteile. „Schon jetzt, bei noch nicht voller Ausbaustufe, schaffen wir auf diese Weise 150 Produktionsstunden – pro Woche“, sagte Mallon im April 2026. Schon jetzt sei man dadurch drei oder vier Mal so produktiv wie vor der Automatisierung. Zugleich intensivierte das Unternehmen den Vertrieb und akquirierte die nötigen zusätzlichen Kundinnen und Kunden sowie Aufträge. „Und um mit einem Vorurteil aufzuräumen: Niemand hat durch die Roboter seinen Arbeitsplatz verloren, im Gegenteil“, betont der Unternehmer. Auch wenn die Produktionskapazität um das Zehnfache stieg – das Personal konnte das Unternehmen immerhin verdoppeln. Ebenso wie den Umsatz. Tendenz: weiter steigend.
Der NRW-Effekt/Der Standort
Weil das Unternehmen dank des Einsatzes von Robotik die Stillstandszeiten der Maschinen extrem reduzieren und die Effizienz und Produktivität deutlich steigern konnte, erhielt die HK Maschinenbau GmbH im November 2025 den „WFG-Digital-Pokal“ der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen. Auch bei der Finanzierung half die WFG indirekt – sie stellte den entscheidenden Kontakt zu einer Bank in Düsseldorf her. Dies ist nicht das einzige Standort-Plus. „Wir haben hier lokal, aber auch NRW-weit eine exzellente Unternehmens- und Infrastruktur, auch und gerade im industriellen Sektor“, lobt Mallon. Die Nähe zu wichtigen Hochschulen wie der Hochschule Niederrhein, mit der das Unternehmen mehrere Kooperationen unterhält, seien ein weiterer wesentlicher Standortfaktor. „Nicht zu vergessen die enorme Kompetenz des Werkzeugmaschinenlabors der RWTH“, sagt Mallon, „eine der wichtigsten Institutionen auf diesem Gebiet weltweit.“ Demnächst werde KI eine stärkere Rolle im Unternehmen einnehmen. Der Viersener Mittelständler bereitet sich schon vor – und will auch hier auf starke Partnerinnen und Partner am Standort NRW setzen.
Diese Erfolgsgeschichte einer innovativen Transformation wurde im Mai 2026 veröffentlicht. Es finden im Anschluss keine Aktualisierungen bzw. Prüfungen der Angaben statt.
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