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Erfolgsgeschichten aus NRW

Heinz Berger Maschinenfabrik GmbH & Co. KG

Bessere Hochwasservorhersage dank KI
Von der Flutkatastrophe im Juli 2021 war auch das Wuppertaler Werk der Berger Gruppe betroffen. Fast die gesamte Produktion stand unter Wasser. Um nicht noch einmal unvorbereitet zu sein, hat das Unternehmen eine innovative Lösung zur schnellen Bewertung und Prävention von Hochwasserschäden initiiert, die sich seit Sommer 2026 im Reallabor-Betrieb befindet.

Die Herausforderung

Die Ahr war bundesweit wochenlang in den Medien, die Erft auch. Betroffen von der Flutkatastrophe im Juli 2021 waren jedoch viele weitere Flüsse in Westdeutschland und im benachbarten Ausland und deren Einzugsgebiete. Auch in der Bergischen Region sorgten extreme Regenfälle damals für massive Überschwemmungen, die ihrerseits erhebliche Schäden an Infrastruktur und Gebäuden anrichteten. Zu den vielen Unternehmen, die ebenfalls betroffen waren, gehört die Berger Gruppe mit Hauptsitz an der Kohlfurther Brücke in Wuppertal. Der Straßenname verrät es schon: Die Wupper ist nicht weit. „98 Prozent unserer Produktion wurden in dieser Nacht überflutet“, erinnert sich Geschäftsführer Dr. Andreas Groß. „Alle Maschinen standen unter Wasser, das war ein krasses Erlebnis, auf das wir in dieser Dimension nicht vorbereitet waren.“ Noch in der Flutnacht schwor sich der Unternehmer, dazu beizutragen, dass es nicht noch einmal so weit kommen würde. Er war sich sicher: „Es müsste technologische Möglichkeiten geben, um solche Ereignisse auf Datenbasis frühzeitig zu erkennen, vorherzusagen und zu melden.“ Dann könnten sich Unternehmen und private Anrainer vorbereiten und wirtschaftliche Schäden deutlich geringer ausfallen.

Beauftragt durch:

  • Fotos: Dr. Andreas Groß, Heinz Berger Maschinenfabrik GmbH & Co. KG (Geländebild) und MWIKE NRW/ A. Bowinkelmann (Personenfoto mit Dr. Andreas Groß und Ministerin Neubaur).
  • Text: Lothar Schmitz, Wirtschaftsjournalist Bonn
  • Veröffentlichung: September 2026

Die Innovation

Das Maschinenbauunternehmen ist spezialisiert auf Automatisierung und konnte in den vergangenen 30 Jahren schon über 1.000 Roboteranwendungen für die weltweite Kundschaft realisieren. Dabei spielt längst auch KI eine wichtige Rolle. Sie kommt bei der Prozessoptimierung zum Einsatz, insbesondere zur Bilderkennung, und bald auch in der Konstruktion. In den vergangenen fünf Jahren hat die Berger Gruppe sich damit zugleich ein weiteres Betätigungsfeld erschlossen: als Technologie-Partner in dem Projekt „Das Bergische Hochwassermeldesystem 4.0“ (HWS 4.0). Mit dabei sind unter anderem der Wupperverband und die Bergische Universität Wuppertal. Das HWS 4.0 setzt nicht auf Simulationsmodelle, sondern nutzt datengetriebene KI-Modelle. Dafür schuf die Berger Gruppe zunächst die messtechnischen Voraussetzungen in Form mitentwickelter spezieller Pegel- und Drucksensoren. Zudem erweiterte sie die sogenannte „LoRaWAN“-Infrastruktur, das steht für „Long Range Wide Area Network“. Zusammen mit vorhandenen Sensoren des Wupperverbandes liefern sie Daten zum Pegel der wichtigsten Flüsse, zur Regenmenge und zur Ablassmenge der Wuppertalsperre. Sämtliche Daten fließen in ein neuronales Netz ein. Die KI gleicht sämtliche Daten fortlaufend mit einem umfangreichen Datensatz aus historischen Hochwasserdaten ab und prognostiziert die Pegelstände für drei bis sechs Stunden im Voraus. „2021 konnte keiner genau sagen, wie hoch die Pegel sein würden“, sagt Groß, „das ist ab sofort anders.“ So könnten sich Kommunen, Unternehmen und Privathaushalte gezielter vorbereiten und auch der Wupperverband die Talsperre im Extremfall besser steuern. Im Juli 2026 wurde das HWS 4.0 weiteren Kommunen in NRW vorgestellt. Das Projekt endete im August, seitdem befindet sich das HWS 4.0 in einem Reallabor-Betrieb für die nächsten zwei Jahre und wird dabei kontinuierlich durch den Wupperverband weiterentwickelt. Die Veröffentlichung der zugehörigen HWS 4.0-App für einen ersten prototypischen Einsatz ist bis Ende 2026 geplant.

Der NRW-Effekt/Der Standort

„Das HWS 4.0 ist ein Meilenstein für das Bergische Land, ein Leuchtturm auch über die Region hinaus“, ist Groß überzeugt. Er ist nach Ansicht des Unternehmers zudem ein Beispiel für gute Kooperation in der Region. Er lobt ausdrücklich die enge Zusammenarbeit mit dem Wupperverband und dem Inhaber des Lehrstuhls für Technologien und Management der Digitalen Transformation (TMDT) der Bergischen Universität Wuppertal. Überhaupt sei die Hochschule für das Unternehmen enorm wichtig. „Von unseren rund 200 Mitarbeitenden haben fast 80 ein technisches Studium absolviert und dies mehrheitlich an der Bergischen Universität“, berichtet er, „das ist eine enorme Ressourcenquelle für uns.“ Zudem profitiere das Unternehmen vom Maschinenbau Netzwerk Bergisch Land, einem Cluster mit rund 50 Firmen, die einander verbunden seien und für sehr viel Know-how stünden. Weiteres Plus am Standort NRW ist laut Groß die Förderlandschaft. So wurde auch das aktuelle Projekt HWS 4.0 aus Landesmitteln gefördert, und zwar vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Das HWS 4.0 ist Teil der Initiative „Flagships powered by KI.NRW“, der Kompetenzplattform des Landes für Künstliche Intelligenz KI.NRW.

Diese Erfolgsgeschichte einer innovativen Transformation wurde im September 2026 veröffentlicht. Es finden im Anschluss keine Aktualisierungen bzw. Prüfungen der Angaben statt.

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