Innovative Lösung aus NRW zur Stabilisierung des Stromnetzes durch dezentrale Ladeintelligenz
Die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen stellt Stromnetze vor neue Herausforderungen. Besonders in Wohngebieten kann das gleichzeitige Laden mehrerer Fahrzeuge zu Netzüberlastungen führen. Um dem entgegenzuwirken, haben Akteurinnen und Akteure der TH Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Eberhard Waffenschmidt und Prof. Dr. Ingo Stadler vom Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) eine innovative Lösung entwickelt: ein Algorithmus, der Ladevorgänge netzdienlich und dezentral koordiniert.
Die Anwendung basiert auf dem Schwarm-Prinzip und nutzt Messdaten bereits vorhandener Ladestationen, um den aktuellen Netzzustand zu ermitteln. Ohne zentrale Steuerung oder zusätzliche Hardware verteilt der Algorithmus die verfügbare Ladeleistung unter Berücksichtigung der Nutzerpräferenzen. So wird sichergestellt, dass die Spannung im Netz innerhalb der zulässigen Grenzen bleibt und Kabel sowie Transformatoren nicht überlastet werden.
Im Labor wurde ein Verteilnetz mit simulierten Haushalten und Wallboxen aufgebaut, um die Funktionalität zu testen. Der Algorithmus nutzt elektrische Messwerte und Standardlastprofile, um freie Netzkapazitäten optimal auf die zu ladenden Fahrzeuge zu verteilen. Nutzerinnen und Nutzer können dabei individuelle Ladeziele und Zeitfenster festlegen.
Ein Folgeprojekt sieht die Erweiterung um ein Energiemanagementsystem vor, das auch andere steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen einbezieht. Ein Praxistest mit einem Netzbetreiber ist ebenfalls geplant.
Das Projekt „GridMaximizer“ wurde über 18 Monate durchgeführt und mit über 800.000 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen, dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie der Electronic Components and Systems for European Leadership Joint Undertaking gefördert.
Quelle: www.portal.nmwp.de