Innovative Methode zeigt Stoffwechsel einzelner Zellen und verbessert das Verständnis von Tumorprozessen
Ein Forschungsteam der Universität Münster hat eine neue Technologie entwickelt, die zwei etablierte Verfahren kombiniert: Fluoreszenzmikroskopie und bildgebende Massenspektrometrie. Damit lassen sich erstmals Stoffwechselunterschiede einzelner Zellen im Tumorgewebe sichtbar machen – direkt im räumlichen Zusammenhang. Diese Innovation ermöglicht ein besseres Verständnis der chemischen Kommunikation zwischen Zellen und liefert wichtige Hinweise für die Krebsdiagnostik und Therapieplanung.
Die Methode erlaubt es, Zelltypen anhand fluoreszierender Marker zu identifizieren und gleichzeitig ihre chemischen Profile zu analysieren. Besonders relevant ist dies für die Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen, Immunzellen und dem umliegenden Gewebe, da diese Prozesse den Krankheitsverlauf stark beeinflussen können.
Technisch basiert die Innovation auf zwei Verbesserungen: einem zweiten Laser zur Erhöhung der Messgenauigkeit und einer neuen Geometrie der Laserbestrahlung, die die räumliche Auflösung steigert. Zudem wurde ein Fluoreszenzmikroskop direkt in das Massenspektrometer integriert, was eine präzise und zeitsparende Analyse auf Einzelzell-Ebene ermöglicht.
Die neue Methode bietet großes Potenzial für die Grundlagenforschung in Zellbiologie und Onkologie sowie für klinische Anwendungen, etwa bei der schnellen Analyse von Gewebeproben zur Therapieentscheidung. Langfristig könnten sogar kleinste Zellstrukturen wie Organellen chemisch untersucht werden – ein möglicher Weg zu neuen Wirkstoffen und effizienteren Gesundheitssystemen.
Quelle: www.medizin.nrw