Universitätsklinika in Köln, Aachen und Düsseldorf bündeln ihre Kompetenzen für bessere Prävention, innovative Therapien und eine engere Zusammenarbeit.
Chronische Nierenerkrankungen betreffen in Deutschland mehr als neun Millionen Menschen und erhöhen das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich. Viele Betroffene sind im Verlauf der Erkrankung auf eine Dialyse angewiesen oder warten auf eine Spenderniere. Um Forschung und Versorgung nachhaltig zu verbessern, haben die Universitätsklinika Köln, Aachen und Düsseldorf das Center of Excellence in Nephrology (CEN) gegründet.
Ziel des neuen Netzwerks ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die medizinische Praxis zu überführen und die vorhandene Expertise der drei Standorte zu bündeln. Patientinnen und Patienten werden weiterhin an ihrem jeweiligen Universitätsklinikum betreut, profitieren jedoch von gemeinsamen Forschungsprojekten, innovativen Studien und dem fachübergreifenden Austausch innerhalb des Verbunds.
Die Beteiligten möchten zudem die öffentliche Aufmerksamkeit für chronische Nierenerkrankungen erhöhen. Nach Einschätzung der Fachleute zählen diese zu den am stärksten unterschätzten Volkskrankheiten und könnten künftig weltweit zu den häufigsten Todesursachen gehören. Frühzeitige Diagnoseprogramme sollen dazu beitragen, Erkrankungen früher zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.
Ein weiterer Schwerpunkt des CEN liegt auf der Erforschung der vielfältigen Ursachen chronischer Nierenerkrankungen. Durch die enge Zusammenarbeit der Standorte sollen Krankheitsmechanismen besser verstanden und neue, gezielte Therapieansätze entwickelt werden. Gleichzeitig eröffnet das Netzwerk bessere Voraussetzungen für klinische Studien, sodass Patientinnen und Patienten bei fehlenden Standardtherapien Zugang zu innovativen Behandlungsformen erhalten können.
Mit dem CEN entsteht in Nordrhein-Westfalen eine international sichtbare Forschungs- und Versorgungsstruktur, die
Nephrologie, Transplantationsmedizin und Altersmedizin miteinander verbindet. Das Zentrum soll die wissenschaftliche Zusammenarbeit stärken, eine gemeinsame Dateninfrastruktur etablieren und die Versorgung von Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen langfristig verbessern.
Quelle: medizin.nrw