2,8 Millionen für eine leistungsfähige 3D-Druck-Infrastruktur für Medizinprodukte
Die Universitätsmedizin Münster baut ihr 3D-Druck-Center in den kommenden Jahren gezielt aus. Dafür haben die Medizinische Fakultät der Universität Münster und das Universitätsklinikum Münster einen Förderbescheid über 2,8 Millionen Euro erhalten. Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren eine vollständige 3D-Druck-Infrastruktur aufzubauen, die Forschung, Qualitätsprüfung und klinische Anwendung noch enger miteinander verbindet.
Im Zentrum des Vorhabens steht die Weiterentwicklung des 3D-Drucks für den medizinischen Einsatz. Künftig sollen unter anderem Schädelimplantate, anatomische Modelle und chirurgische Instrumente verstärkt direkt vor Ort produziert werden können. Geplant sind dafür nicht nur neue technische Ausstattungen, sondern auch Verfahren zur Qualitätsprüfung, etwa zur Stabilität von Produkten oder zu ihrem Verhalten im Körper.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der digitalen Prozesssteuerung: Ein virtueller Zwilling soll den gesamten 3D-Druckprozess in seiner Produktionsumgebung digital abbilden, um Planung, Überwachung und Optimierung zu verbessern. Unterstützt wird das System durch künstliche Intelligenz, die die Abläufe im Zentrum vereinfachen und effizienter machen soll. Gleichzeitig spielt die Einhaltung hoher Qualitäts- und Sicherheitsstandards eine zentrale Rolle, damit die Produkte später auch im Operationssaal eingesetzt werden können.
Für die Umsetzung arbeitet das UKM mit dem Labor für Werkstofftechnik der FH Münster sowie mit dem Softwareunternehmen Innocoding zusammen. Während die FH Münster Werkstoffuntersuchungen und Prüfmethoden für die gedruckten Medizinprodukte entwickelt, bringt Innocoding seine Expertise in die digitale Prozesssteuerung ein. Zusätzlich zu den 2,8 Millionen Euro für die Uni-Medizin stehen weitere 700.000 Euro für die Verbundpartner zur Verfügung.
Das Projekt soll nicht nur Forschung und Entwicklung voranbringen, sondern auch die Patientenversorgung verbessern. Noch in diesem Jahr sollen spezielle Schädelimplantate aus Kunststoff im 3D-Druck hergestellt werden können. Perspektivisch sollen auch Multi-Material-Drucke und realitätsnahe Trainingsmodelle für die Ausbildung medizinischer Fachkräfte entstehen. Bis 2029 soll in Münster so eines der größten 3D-Druckzentren im deutschsprachigen Raum aufgebaut werden.
Quelle: medizin.nrw